Es muss von Herzen kommen

Wie Thomas sein Ehrenamt mit der Arbeit unter einen Hut bringt.

Wie bist Du zur ING gekommen und welche Position hast Du jetzt?

Ich bin seit April 2021 bei der ING, zunächst für zwei Jahre in Amsterdam. Seit April 2023 bin ich für die ING Deutschland tätig und verantworte als Lead Run Excellence Home die Optimierung der Prozesse in der privaten Immobilienfinanzierung.

Wie würdest Du in einfachen Worten beschreiben, was Deine aktuellen Aufgaben bei der ING sind?

Ich arbeite daran, dass unseren Kundinnen und Kunden, aber auch unsere Mitarbeitenden, möglichst einfach und digital eine Immobilienfinanzierung mit der ING abschließen können.

Neben Deiner Arbeit bei der ING engagierst Du Dich bei Team Rynkeby Rhein-Ruhr. Erzähl uns davon: Was ist Team Rynkeby und wie ist zu diesem Engagement gekommen?

Team Rynkeby ist für mich eine Herzensangelegenheit. Gegründet vor über 20 Jahren in Dänemark durch einen kleinen Freundeskreis, um Geld für ein schwerkrankes Kind zu erradeln, wuchs Rynkeby in den letzten zwei Jahrzehnten zur größten europäischen Rad-Charity. Wir sind ein Team von ca. 2.500 Radfahrenden und vielen Hundert Helfenden aus 65 Teams in neun Ländern, die einmal im Jahr eine große Sternfahrt über eine Woche aus ihren Heimatländern nach Paris machen. So radeln wir mit unserem Team RheinRuhr z.B. in diesem Jahr wieder knapp 1.000 km von Essen nach Paris. Wofür das Ganze? Um Sponsoren- und Spendengelder für die Behandlung schwer kranker Kinder zu bekommen, die wir dann an nationale Hilfsorganisationen weiterreichen. In Deutschland tun wir das für die Deutsche Kinderkrebsstiftung. Der Fokus ist dabei immer auf den Kindern: Denn, wer ein Kinderleben rettet, rettet ein hoffentlich langes Leben. So erzielen wir pro Jahr über alle Teams ca. neun Mio. € für den guten Zweck. Und seit dem Beginn von Rynkeby vor über 20 Jahren konnten bereits knapp 100 Mio. € an diese Hilfsorganisationen gespendet werden. Ich bin dazu gekommen, nachdem ich 2019 nach dem Tod eines Cousins von mir – der seit seiner Geburt mit einem Herzfehler lebte – begonnen hatte, nach einer Möglichkeit zu suchen, meine Radsportbegeisterung mit etwas Gutem zu verbinden. Da war und ist Rynkeby optimal.

Ein so großes Engagement neben der Karriere erfordert Zeit und Motivation. Hast Du Strategien entwickelt, Job und Engagement unter einen Hut zu bringen? Und inwiefern unterstützt Dich die ING – zum Beispiel durch das Angebot flexibler Arbeitszeiten – bei der Ausübung deines Engagements?

Am Anfang war es gar nicht einfach. Als ich 2020 als Teammitglied bei Rynkeby begann, war ich selbst erst seit zwei Jahren Rennradfahrer. Und für die 1.000 km im Juli nach Paris bedarf es eben doch einer guten Portion Training. Bei mir sind das über das Jahr verteilt meist fünf bis zehn Stunden in der Woche, so komme ich dann auf über 5.000 km pro Jahr. Das meiste fahre ich am Wochenende, aber das geht nicht immer. Und da ist die flexible Arbeitszeit bei der ING echt Gold wert. So kann ich auch unter Woche am Nachmittag aufs Rad steigen und das mit meinem Training in einem lokalen Sportverein verknüpfen. Ich habe so auch von Freunden viel über ihre Trainingsstrategien und ihr Engagement gelernt.

Wie der Job Dein Engagement beeinflusst, ist das eine. Aber hat Deine Teilnahme an Rynkeby auch Deine Perspektive auf Deinen (Arbeits-)Alltag verändert?

Das sind vor allem zwei Dinge: Erstens habe ich in den letzten Jahren viele Gespräche mit Betroffenen geführt. So war z.B. die Tochter eines Team Rynkeby-Kollegen mit zwei Jahren an Krebs erkrankt. Er hat mir geschildert, was sie und die Familie über Monate mitmachen und durchhalten mussten. Das machte mir bewusst, dass die Herausforderungen in meinem Berufsalltag doch meist recht schnell überwindbar sind. Zweitens habe ich durch die vielen Begegnungen mit Betroffenen und Team-Mitgliedern aus ganz Europa gelernt, mich im Alltag noch besser auf die relevanten Dinge zu konzentrieren.

Was würdest Du Kolleginnen und Kollegen raten, die sich neben dem Beruf engagieren möchten, aber noch nicht das Richtige gefunden haben oder das Gefühl haben, dass ihnen die Zeit fehlt?

Das Wichtigste ist, sich in Ruhe damit auseinanderzusetzen, was das Richtige für einen ist. Dazu gehören Gedanken, wie: Was macht mir persönlich Spaß und würde ich auch ohne den sozialen Gedanken im Hintergrund gern tun? Bei mir war das immer schon das Radfahren. Dann, wie viel Zeit kann ich für mein Engagement jetzt und in Zukunft aufbringen? Kein Problem, wenn es nicht viel Zeit ist, auch dafür gibt es die richtigen Möglichkeiten. Wichtig ist nur, gut abzuschätzen, wie viel Zeit für ein erfolgreiches und damit erfüllendes Engagement nötig ist. Und ganz wichtig: Hinter welchem Engagement steht man auch persönlich mit Herzblut. Es muss von Herzen kommen, denn dann sieht man es mit Freude und nie als eine Bürde.

Gibt es noch etwas, das Du uns mitgeben möchtest?

Ich bin der ING sehr dankbar, dass ich in den letzten Jahren und auch aktuell sehr viel Unterstützung erfahre, sowohl für die zeitliche Gestaltung meines Engagements als auch das Sponsoring, dass die ING in diesem Jahr für Team Rynkeby übernimmt. Ohne solche gemeinsamen Engagements, Sponsoring und den persönlichen Einsatz, könnten wir nicht so große Fortschritte in der Unterstützung von schwerkranken Kindern machen.

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